Ladegerät
Die Batterien können über Solarenergie mithilfe der integrierten MPPT-Solarregler mit Dual-Tracker, über eine kompatible Wechselstromversorgung, die an den Wechselstromeingang verbunden ist, oder über einen an den Wechselstromausgang verbundenen PV-Wechselrichter aufgeladen werden. Die beiden integrierten MPPT-Tracker haben jeweils einen Stromgrenzwert von 3000 W, was einer Gesamtleistung von 6000 W entspricht. Der maximale Gesamtladestrom der Batterie beträgt 100 A.
Wenn ein zusätzlicher PV-Wechselrichter angeschlossen wird (max. 5000 W), ist der maximale Gesamtladestrom der Batterie weiterhin auf 100 A begrenzt. Der maximale Ladestrom von 100 A wird reduziert, wenn die Batteriespannung 60 V übersteigt. Der Installateur kann in VictronConnect zudem einen benutzerdefinierten Wert für den maximalen Ladestrom (bis zu 100 A) festlegen. Bei Verwendung eines PV-Netz-Wechselrichters wird die Batterie nur zu etwa 95 % geladen.
Der maximale Ladestrom aus Wechselstromquellen hängt von den Eingangsspannungen, dem Batteriestrom und der Umgebungstemperatur ab. Beispielsweise beträgt der maximale Ladestrom bei einem Wechselstromeingang mit einer Spannung von 230 V, einer Batteriespannung von 57,6 V und einer Umgebungstemperatur von 25 °C 88 A. Ein detaillierteres Diagramm finden Sie im Abschnitt Einschränkungen.
Der Ladealgorithmus ist der gleiche wie bei den BlueSolar und SmartSolar MPPT-Solarreglern. Dies bietet integrierte Batterie-Voreinstellparameter und ermöglicht den Expertenmodus zur Definition zusätzlicher Ladeparameter.
Warnung
Laden Sie keine nicht wiederaufladbaren Batterien erneut auf.
Blei-Säure-Batterien
Adaptive 4-stufiger Ladealgorithmus: „Bulk“ (Konstantstromphase) - „Absorption“ (Konstantspannungsphase) - „Float“ (Ladeerhaltungsspannungsphase)- „Storage“ (Lagermodus)
Das durch Mikroprozessoren gesteuerte Batterieladungssystem kann den unterschiedlichen Batteriebauarten angepasst werden. Der Ladeprozess wird über eine adaptive Steuerung der Batterienutzung angepasst.
Die richtige Lademenge: variable Konstantspannungsphase
Bei nur geringen Entladungen wird die Konstantspannungzeit reduziert, um eventueller Überladung und damit verbundener stärkerer Gasentwicklung vorzubeugen. Andererseits wird nach einer Tiefentladung die Konstantspannungsphase automatisch so verlängert, dass wieder eine Vollladung erreicht wird.
Verhinderung von Schäden durch übermäßige Gasung: Der BatterySafe-Modus
Um die Ladezeit zu verkürzen, wird ein möglichst hoher Ladestrom in Verbindung mit einer hohen Konstantspannung angestrebt. Damit aber eine übermäßige Gasentwicklung gegen Ende der Konstantstromphase vermieden wird, wird die Geschwindigkeit des Spannungsanstiegs begrenzt, sobald die Gasungsspannung erreicht wird.
Weniger Wartung und Alterung im Ruhezustand der Batterie: der Lagerungs-Modus
Der Lagermodus wird immer dann aktiviert, wenn innerhalb von 24 Stunden keine Entladung erfolgt ist. Im Speichermodus wird die Erhaltungsspannung auf 2,2 V/Zelle gesenkt, um die Gasbildung und die Korrosion der positiven Platten zu minimieren. Einmal pro Woche wird die Spannung wieder auf den Konstantspannungspegel angehoben, um die Batterie „auszugleichen“. Diese Funktion verhindert die Schichtung des Elektrolyts und die Sulfatierung, eine der Hauptursachen für ein frühzeitiges Versagen der Batterie.
Batteriespannungsfühler: die richtige Ladespannung
Ein Spannungsverlust aufgrund des Kabelwiderstands lässt sich durch die Verwendung der Spannungssensor-Vorrichtung kompensieren. Damit wird die Spannung direkt am DC Bus oder an den Batterieanschlüssen gemessen.
Batteriespannung und Temperaturkompensation
Der Temperatursensor (mit dem Produkt mitgeliefert) dient zur Reduzierung der Ladespannung bei Anstieg der Batterietemperatur. Dies ist besonders bei wartungsfreien Batterien von Bedeutung, da mit diesem Sensor eine Austrocknung durch Überladung verhindert wird.
Lithium-Ionen-Batterien
Victron-NG- oder LiFePO4-Smart-Batterien
Bei der Verwendung von Victron LiFePO4-Batterien muss das System mit einem kompatiblen Victron BMS verkabelt werden.
Lynx Smart BMS NG
Dieses BMS wird empfohlen, wenn im System auch ein GX-Gerät zum Einsatz kommt. Der Anschluss erfolgt über die VE.Can-bus-Schnittstelle. Beachten Sie bei der Verwendung dieses BMS, dass Sie bei der Inbetriebnahme des Produkts in VictronConnect den Fernsteuerungsmodus auf ferngesteuerte Ein-/Ausschaltung stellen.
Small BMS NG
Dieses BMS wird an den Multi RS19 Solar angeschlossen, indem die Kontakte „Aufladen zulassen“ und „Entladen zulassen“ des Victron smallBMS NG mit dem E/A-Anschluss des Multi RS19 Solar verbunden werden. Beachten Sie bei der Verwendung dieses BMS, dass Sie bei der Inbetriebnahme des Produkts in VictronConnect den Fernsteuerungsmodus für 2-Draht BMS konfigurieren.
Kompatible BMS-Can-Lithium-Batterien
Kompatible BMS-CAN-Lithium-Batterien können mit dem Multi RS19 Solar verwendet werden; es ist jedoch erforderlich, dass diese Batterien über den BMS-Can-Anschluss des GX-Geräts (z. B. des Cerbo GX) und nicht direkt an die Kommunikationsschnittstelle des Multi RS19 Solar angeschlossen werden. Weitere Informationen finden Sie im Leitfaden zur Batteriekompatibilität von Victron.
Mehr zu Batterien und deren Ladung
Unser Buch „Energy Unlimited“ (Unbegrenzt Energie) (auf Englisch) bietet weitere Informationen zu Batterien und dem Laden von Batterien, und ist kostenlos auf unserer Website erhältlich: https://www.victronenergy.de/support-and-downloads/technical-information.
Weitere Informationen zum adaptiven Laden finden Sie auch in den allgemeinen technischen Informationen auf unserer Website.
Victron bietet über das Webportal https://www.victronenergy.de/information/training ein umfassendes Online-Schulungsprogramm an. Der erfolgreiche Abschluss dieser Schulung ist für Systemplaner und Installateure als unverzichtbar anzusehen und wird mit einem Abschlusszertifikat bescheinigt.